Fechtweise PDF Drucken E-Mail

Florettfechten:

Die gültige Trefffläche im Florettfechten ist nur der Rumpf (rötliche Flächen), der beim Wettkampf mit einer Metallweste bedeckt wird. Treffer auf Maske und Maskenlatz, Arme und Beine sind ungültig.

Florettfechten


Säbelfechten:

Die gültige Trefffläche ist der Oberkörper mit Kopf und Armen und auch mit einer Metallweste bedeckt. Treffer auf die Beine und unterhalb der Gürtellinie zählen nicht. Die Glocke besitzt einen Bügel, der die Hand vor Treffern schützen soll.

Bei Turnieren wird seit 1976 mit elektrischer Anzeige der Treffer gefochten, wobei gültige Treffer durch bloßen Kontakt der Klinge mit der Metallweste angezeigt oder mit einem eingebauten Sensor im Glockeninneren, der auf Erschütterungen der Waffe bei Hieb und Stoß reagiert.

Säbelfechten


Fechtweise beim Florett- und Säbelfechten:

In diesen Waffen wird nach genau festgelegten Wettkampfregeln gefochten, welche bei der Beurteilung der Gültigkeit oder Ungültigkeit der Treffer durch die Kampfleiter streng angewendet werden. Die Fechtweise im Florett und Säbel kommt dem ernsten Kampf mit scharfen Waffen in der Geschichte sehr nahe, denn die Fechter können auch hier erst zum Treffen übergehen, wenn sie den gegnerischen Angriff erfolgreich abgewehrt und damit das Trefferrecht errungen haben (Verteidigungspflicht - Angriffsrecht).

Bloßes Dazwischenstoßen war damals für das eigene Leben sehr gefährlich und wurde tunlichst vermieden. Unberechtigte Treffer eines Fechters werden auch noch heute vom Kampfleiter ignoriert. Selbst bei gleichzeitigen Aktionen beider Fechter wird kein Treffer vergeben. Die große Biegsamkeit der Florett- und Säbelklingen und das geringe Gewicht der Waffen gestatten Peitschstöße und geschwungene Hiebe mit höchsten Bewegungsgeschwindigkeiten.

 

Degenfechten:

Gültige Trefffläche ist der ganze Körper; - außerhalb des Körpers aufkommende Treffer werden von Bodenrichtern gemeldet oder mit einer Metallbahn gänzlich ausgeschlossen. Seit 1936 wird bei Wettkämpfen mit elektrischer Anzeige gefochten. Die Elektrospitze am Klingenende löst einen Treffer aus, wenn der Federdruck von 750p überwunden wird.

Degenfechten


Im Degen gibt es kein grundsätzliches Trefferrecht, welches die Fechter beachten müssen. Es wird stets der Treffer gewertet, der zuerst aufgekommen ist, wenn er unter regulären Bedingungen gesetzt wurde. Das Anzeigegerät blockiert beim Degenfechten sofort nach einen Treffer und verhindert so jedes weitere Treffen.

Lediglich in einer äußerst kurzen Zeitspanne von einem Bruchteil einer Sekunde, können tatsächlich beide Fechter gleichzeitig treffen und einen sogenannten Doppeltreffer erzielen, bei dem dann auch jeder Fechter einen Treffer angerechnet bekommt.

Anfänger im Degenfechten versuchen immer wieder mit dem Stoß des Gegners mitzustoßen und einen Doppeltreffer zu verursachen, um leicht zu einem Treffer zu kommen. Erfahrene Fechter im Degen suchen die einzelnen Treffer, indem sie beim Stoßen gleichzeitig die gegnerische Klinge festsetzen und am treffen hindern. Andere dagegen entziehen während des Stoßens den eigenen Körper geschickt aus der Stoßlinie des Gegners, womit der gefürchtete Gegentreffer ins Leere geht und ein Doppeltreffer vermieden wird.

Besondere Attraktivität besitzt das Degenfechten dank der Tatsache, dass der ganze Körper getroffen werden kann. Vor allem die weit vorgelagerten Treffflächen wie Hand und Fuß sind immer wieder Ziele von kurzen überraschenden Angriffen. Spektakuläre Peitschstöße, die knapp hinter der großen schützenden Degenglocke auf die Hand des Gegners treffen, sind gern gesehene und bestaunte „Kabinettstückchen“ von Spitzenkönnern dieser Waffe.

 




genehmigter Ausschnitt aus: "Fechtbüchlein - Wissen für junge Musketiere"
Autor: Norbert Meller; Herausgeber: Preußischer Fecht-Club Potsdam e.V.

[Bestellungen unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. möglich]
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