Allgemeines:
Das
moderne Sportfechten ist insgesamt immer athletischer geworden. Die
perfekte Körperbeherrschung und Wendigkeit der Fechter müssen
schon im Kindesalter begonnen und über eine relativ lange Ausbildungsdauer
ausgeprägt werden.
Die zunehmend enger werden Abstände
zwischen beiden Fechtern während des Kampfes, zwingen zu höchster
Konzentration und äußerst raschen Entscheidungen bzw. Umstellungen
im Gefechtsverlauf. Selbst bei großräumigen Klingenbewegungen
bleibt die Treffsicherheit auch für kleinste Treffflächen
erhalten.
Trotz kraftvoll ausgeführter, schneller
Hiebe und Stöße kam es im Fechten, seit der Einführung
des hohen Sicherheitsstandards für die Bekleidung und der extremen
Bruchfestigkeit der Sicherheitsklingen, zu keinen nennenswerten Unfällen
in der Vergangenheit.
Zur Fechtweise:
Florettfechten:
Die gültige Trefffläche
im Florettfechten ist nur der Rumpf, der beim Wettkampf mit einer Metallweste
bedeckt wird. Treffer auf Maske und Maskenlatz, Arme und Beine sind
ungültig.

Berühre
mit der Mouse die Grafik und du siehst die gültige Trefffläche
im Florettfechten!
Säbelfechten:
Die gültige Trefffläche ist
der Oberkörper mit Kopf und Armen und auch mit einer Metallweste
bedeckt.
Treffer auf die Beine und unterhalb
der Gürtellinie zählen
nicht. Die Glocke besitzt einen Bügel, der die Hand vor Treffern
schützen soll.

Berühre
mit der Mouse die Grafik und du siehst die gültige Trefffläche
im Säbelfechten!
Bei Turnieren
wird seit 1976 mit elektrischer Anzeige der Treffer gefochten, wobei
gültige Treffer durch bloßen
Kontakt der Klinge mit der Metallweste angezeigt oder mit einem eingebauten
Sensor im Glockeninneren, der auf Erschütterungen der Waffe bei
Hieb und Stoß reagiert.
Florett-
und Säbelfechten:
In diesen Waffen wird
nach genau festgelegten Wettkampfregeln gefochten, welche bei der
Beurteilung der Gültigkeit oder Ungültigkeit der Treffer
durch die Kampfleiter streng angewendet werden. Die Fechtweise
im Florett und Säbel kommt dem ernsten Kampf mit scharfen
Waffen in der Geschichte sehr nahe, denn die Fechter können
auch hier erst zum Treffen übergehen, wenn sie den gegnerischen
Angriff erfolgreich abgewehrt und damit das Trefferrecht errungen
haben (Verteidigungspflicht - Angriffsrecht).
Bloßes Dazwischenstoßen war
damals für das eigene Leben sehr gefährlich und wurde tunlichst
vermieden. Unberechtigte Treffer eines Fechters werden auch noch heute
vom Kampfleiter ignoriert. Selbst bei gleichzeitigen Aktionen beider
Fechter wird kein Treffer vergeben. Die große Biegsamkeit der Florett-
und Säbelklingen und das geringe Gewicht der Waffen gestatten Peitschstöße
und geschwungene Hiebe mit höchsten Bewegungsgeschwindigkeiten.
Degenfechten:
Gültige Trefffläche ist der
ganze Körper; - außerhalb des Körpers aufkommende Treffer
werden von Bodenrichtern gemeldet oder mit einer Metallbahn gänzlich
ausgeschlossen. Seit 1936 wird bei Wettkämpfen mit elektrischer
Anzeige gefochten. Die Elektrospitze am Klingenende löst einen Treffer
aus, wenn der Federdruck von 750p überwunden wird.

Berühre mit der Mouse
die Grafik und du siehst die gültige Trefffläche im Degenfechten
Im
Degen gibt es kein grundsätzliches Trefferrecht, welches die Fechter
beachten müssen. Es wird stets der Treffer gewertet, der zuerst
aufgekommen ist, wenn er unter regulären Bedingungen gesetzt wurde.
Das Anzeigegerät blockiert beim Degenfechten sofort nach einen
Treffer und verhindert so jedes weitere Treffen.
Lediglich in
einer äußerst
kurzen Zeitspanne von einem Bruchteil einer Sekunde, können tatsächlich
beide Fechter gleichzeitig treffen und einen sogenannten Doppeltreffer
erzielen, bei dem dann auch jeder Fechter einen Treffer angerechnet bekommt.
Anfänger im Degenfechten versuchen
immer wieder mit dem Stoß des Gegners mitzustoßen und einen
Doppeltreffer zu verursachen, um leicht zu einem Treffer zu kommen. Erfahrene
Fechter im Degen suchen die einzelnen Treffer, indem sie beim Stoßen
gleichzeitig die gegnerische Klinge festsetzen und am treffen hindern.
Andere dagegen entziehen während des Stoßens den eigenen Körper
geschickt aus der Stoßlinie des Gegners, womit der gefürchtete
Gegentreffer ins Leere geht und ein Doppeltreffer vermieden wird.
Besondere Attraktivität besitzt
das Degenfechten dank der Tatsache, dass der ganze Körper getroffen
werden kann. Vor allem die weit vorgelagerten Treffflächen wie Hand
und Fuß sind immer wieder Ziele von kurzen überraschenden
Angriffen. Spektakuläre Peitschstöße, die knapp hinter
der großen schützenden Degenglocke auf die Hand des Gegners
treffen, sind gern gesehene und bestaunte „Kabinettstückchen“ von
Spitzenkönnern dieser Waffe.
genehmigter Ausschnitt
aus: "Fechtbüchlein
- Wissen für junge Musketiere"
Autor: Norbert Meller; Herausgeber: Preußischer
Fecht-Club Potsdam e.V.
[Bestellungen unter: webmaster@pfc-potsdam.de möglich]
- DIN A5/60 Seiten (farbiges Deckblatt, sortiert)
- Preis: 5,- € (inkl. Versand)

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